Der ökonomische Erfolg, bemessen etwa an Ertrag, Umsatz und Zahl der Beschäftigten, ist längst nicht mehr der alleinige Faktor zur Bewertung eines Unternehmens. Inzwischen wird erwartet, dass diese im Bereich der unternehmerischen Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft (Corporate Responsibility) „mehr tun“ als das nötigste. Sie sollen die Auswirkungen ihrer Aktivitäten im Blick haben und proaktiv verantwortungsvoll steuern. Cordula Meckenstock



"ESG" (Environmental, Social and Governance) bezeichnet die Wechselwirkungen zwischen Unternehmen, ihrer Umwelt und der Gesellschaft. Es geht Investoren und Kreditgebern vornehmlich darum, wie diese nichtfinanzielle Risiken in strukturierter Form gemanagt werden. Geschäftspartner, Mitarbeiter, Zivilgesellschaft und Öffentlichkeit wiederum sind daran interessiert, was Unternehmen proaktiv tun, um bei ihrer Tätigkeit schonend auf die Umwelt und fördernd auf die Gesellschaft zu wirken.

Ein ESG-Programm beinhaltet beispielsweise Ziele und Maßnahmen für schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen (z.B. den konkret geplanten Umstieg auf erneuerbare Energien), Ziele und Maßnahmen für Diversität und Mitarbeiterentwicklung sowie ein klares Compliance System.

Jedes Unternehmen hat ein anderes ESG-Profil, d.h. andere Risiken im nichtfinanziellen Bereich. Entsprechend fokussiert sich ein maßgeschneidertes Programm auf fünf bis fünfzehn für das individuelle Unternehmen wesentliche Themen, die strukturiert bearbeitet werden. Dies bedeutet, dass eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Maßnahmen erfolgt (z.B. was wird bereits im Bereich Mitarbeiterentwicklung gemacht), konkrete Ziele festgelegt werden (z.B. Anzahl und Struktur der Mitarbeitergespräche) und ein Fahrplan inklusive Indikatoren zur Erreichung dieser Ziele entwickelt wird. Zudem wird eine für das ESG-Programm verantwortliche Person benannt und mit einem entsprechenden Mandat und Ressourcen ausgestattet.

Ziel eines ESG-Programms ist in der Regel ein Nachhaltigkeitsbericht und oft auch ein ESG Rating.

Einen einheitlichen „Mindeststandard“ für ESG-Programme gibt es (noch) nicht; es gibt aber diverse freiwillige Berichtsformate (wie den Deutschen Nachhaltigkeitskodex), Initiativen (wie den UN Global Compact) und einzelne gesetzliche Vorgaben (zu nichtfinanziellen Berichtspflichten für bestimmte Unternehmen), an denen man sich orientieren kann. Auch ESG-Ratings sind bisher noch nicht reguliert oder standardisiert. Die verschiedenen Rating-Agenturen am Markt arbeiten mit unterschiedlichen, selbst entwickelten Rating-Methoden. Bei der Auswahl einer Rating-Agentur spielen sowohl das individuelle Unternehmen als auch die Zielsetzung des ESG Ratings eine Rolle.


Unsere Leistungen

Wir unterstützen und beraten Sie allein in Ihrem Interesse bei:

  • Überlegungen zur Einführung eines ESG-Programms
  • Vorbereitung und Durchführung der Materialitätsanalyse
  • Aufsetzen und Umsetzung des ESG-Programms
  • Festlegung und Umsetzung des Reportings
  • Auswahl der Ratingagentur
  • Abwicklung des Rating-Verfahrens

Bei unserer Beratung nutzen wir auch unser juristisches Wissen, handeln aber nicht anwaltlich und können daher keine Rechtsberatung im Einzelfall übernehmen. Bei Bedarf können wir auf unser Netzwerk qualifizierter Rechtsanwälte zurückgreifen.